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Was ist der Abrechungsbrennwert

Sie haben eine Gasabrechnung erhalten und fragen sich, was Begriffe wie „Abrechnungsbrennwert“, „Zustandszahl“ oder „thermische Energie“ bedeuten? Keine Sorge, das ist gar nicht so kompliziert, wie es klingt.

Erdgas ist ein Naturprodukt

Erdgas ist ein Naturprodukt. Das bedeutet, dass seine Zusammensetzung schwanken kann. Einfach gesagt: Nicht jeder Kubikmeter Gas enthält exakt die gleiche Menge an Energie (Wärme).

 

Der Abrechnungsbrennwert ist daher der entscheidende Faktor für eine faire Rechnung.

  • Was er misst: Er zeigt an, wie viel pure Energie tatsächlich in dem Gas steckt, das bei Ihnen ankommt.
  • Wie wir messen: Da die Qualität schwanken kann, wird der Brennwert im Netz ständig gemessen.
  • Ihre Abrechnung: Für Ihre Rechnung verwenden wir nicht einzelne Momentaufnahmen, sondern bilden einen gewichteten Mittelwert über den gesamten Abrechnungszeitraum. So stellen wir sicher, dass Sie genau die Energiemenge bezahlen, die Sie auch erhalten haben.

Unsere Verpflichtung zur Transparenz Gemäß § 40 Abs. 1 Satz 1 Nr. 7 GasNZV veröffentlichen wir als Netzbetreiber an allen Ein- und Ausspeisepunkten am 10. Werktag des Monats den Abrechnungsbrennwert des Vormonats. Dies geschieht in einem gängigen Format, damit Sie die Daten jederzeit einsehen können.

Die Formel

Volumen (m3) x Korrektur x Brennwert = Kosten (kWh) lässt sie wie folgt erklären:

1. Der Zähler (Volumen) 

Der abgelesene Zählerstand in Kubikmetern (m3).

 

Hinweis: Das Volumen schwankt je nach Umgebung.

2. Die Zustandszahl

Ergebnis:
Normvolumen (Nm³)

 

Macht das Volumen vergleichbar (Sommer vs. Winter). 

Der "Ausgleichsfaktor".

3. Der Brennwert

Beispiel:
11,0 kWh/Nm³

 

Ein Maß für die "Heizkraft". Gibt an, wie viel Energie in einem Normkubikmeter steckt.

4. Thermische Energie

Berechnet in Kilowattstunden(kWh)

 

Die tatsächlich nutzbare Wärme. Dies ist der Wert, den Sie auf der Rechnung bezahlen.

Gasabrechung nach G 685

Ihr Gaszähler misst die Menge Gas, die durchgeleitet wird, in Kubikmetern (m³). Aber Kubikmeter sind nicht immer gleich! Das Volumen von Gas verändert sich, je nachdem wie kalt oder warm es ist und unter welchem Druck es steht.

 

Die Zustandszahl ist ein Faktor, der diese Volumenänderung ausgleicht. Sie sorgt dafür, dass die abgerechnete Gasmenge immer auf einen standardisierten Zustand bezogen wird, egal ob es gerade Winter oder Sommer ist.

Die Zustandszahl wird aus drei Hauptzutaten "gemischt":

 

Temperatur des Gases:

  • Denken Sie an einen Luftballon in der Sonne: Wenn es warm ist, dehnt sich die Luft (und auch Gas) aus und nimmt mehr Platz ein. Bei Kälte zieht sie sich zusammen und braucht weniger Platz.
  • Beim Gas ist es genauso: Warmes Gas nimmt mehr Volumen ein als kaltes Gas – auch wenn die gleiche Menge an Gas da ist.
  • Die Zustandszahl berücksichtigt das: Wenn das Gas wärmer ist als "normal", wird die Zustandszahl etwas kleiner. Wenn es kälter ist, wird sie etwas größer. So wird der Volumeneffekt der Temperatur ausgeglichen.

 

Druck des Gases:

  • Stellen Sie sich eine Spritze vor: Wenn Sie den Kolben reindrücken, verkleinern Sie den Raum und erhöhen den Druck. Die gleiche Menge an Luft (oder Gas) wird auf kleinerem Raum "zusammengepresst".
  • Beim Gasnetz ist es ähnlich: Der Druck im Gasnetz kann leicht schwanken. Höherer Druck bedeutet, dass das Gas etwas "zusammengedrückt" ist und weniger Volumen einnimmt. Niedrigerer Druck bedeutet, dass es sich etwas ausdehnen kann und mehr Volumen einnimmt.
  • Auch hier korrigiert die Zustandszahl: Bei höherem Druck wird die Zustandszahl etwas kleiner, bei niedrigerem Druck etwas größer, um den Druckunterschied auszugleichen.

 

Geodätische Höhe (Höhe über dem Meeresspiegel):

  • Denken Sie an den Luftdruck: Auf einem Berg ist der Luftdruck geringer als im Tal. Das liegt daran, dass weniger "Luftsäule" über Ihnen lastet.
  • Auch der Gasdruck wird leicht beeinflusst: In größerer Höhe ist der Umgebungsdruck geringer. Das bedeutet, dass sich Gas etwas mehr ausdehnen kann als in tieferen Lagen, wo der höhere Luftdruck es etwas "zusammenhält".
  • Die Zustandszahl berücksichtigt Ihre Höhe: Wenn Ihr Haus höher liegt, wird die Zustandszahl leicht angepasst, um diesen Effekt des geringeren Luftdrucks auszugleichen.

 

Wie wird sie berechnet?

Die Netzbetreiber messen Temperatur, Druck und kennen die geodätische Höhe Ihres Standortes. Daraus berechnen sie die Zustandszahl. Diese Zustandszahl wird dann verwendet, um Ihren Gasverbrauch korrekt in thermische Energie (kWh) umzurechnen.
 

Thermische Energie – Das ist die Energie, die Sie wirklich nutzen

Die thermische Energie ist das, was Sie eigentlich interessiert: Die Menge an Wärme, die Sie tatsächlich verbraucht haben und die Ihnen in Rechnung gestellt wird. Sie wird in Kilowattstunden (kWh) gemessen, genau wie Strom.

 

  • Einfach gesagt: Die thermische Energie ist der "fertige" Energiewert, der Ihre Heizkosten bestimmt.
  • Warum ist das wichtig? Weil Ihre Heizung, Ihr Warmwasser und Ihr Herd Wärme erzeugen. Diese Wärme wird in kWh gemessen und abgerechnet.
     

Das Zusammenspiel: So wird Ihre Gasrechnung berechnet

Jetzt bringen wir alles zusammen, um zu verstehen, wie Ihre Gasrechnung entsteht:

 

  1. Ihr Gaszähler misst den Gasverbrauch in Kubikmetern (m³). Das ist der abgelesene Zählerstand.
  2. Dieser Zählerstand wird mit der Zustandszahl multipliziert. Dadurch wird das gemessene Volumen auf ein Normvolumen umgerechnet, das unabhängig von Temperatur und Druck ist. Man spricht dann von Normkubikmetern (Nm³).
  3. Das Normvolumen (Nm³) wird mit dem Abrechnungsbrennwert multipliziert. Dadurch wird das Normvolumen in thermische Energie (kWh) umgerechnet. Denn der Brennwert sagt ja, wie viel Wärme in einem Kubikmeter Gas steckt.

 

Formel:

Thermische Energie (kWh) = Abgelesener Zählerstand (m³) x Zustandszahl x Abrechnungsbrennwert
 

Beispiel zur Berechnung:

Nehmen wir an, Sie haben im Abrechnungszeitraum 100 Kubikmeter Gas verbraucht. Ihre Abrechnung weist folgende Werte aus:

 

  • Abgelesener Zählerstand: 100 m³
  • Zustandszahl: 0,95 (kleiner als 1, bedeutet z.B. leicht erhöhte Temperatur oder geringeren Druck als Standard)
  • Abrechnungsbrennwert: 11,0 kWh/Nm³

 

Berechnung:

  • Normvolumen: 100 m³ x 0,95 = 95 Nm³
  • Thermische Energie: 95 Nm³ x 11,0 kWh/Nm³ = 1.045 kWh

 

Ergebnis: Ihnen werden 1.045 kWh thermische Energie in Rechnung gestellt. Dieser Wert wird dann mit dem vereinbarten Gaspreis pro kWh multipliziert, um den Endbetrag Ihrer Rechnung zu ermitteln.
 

Zusammenfassend:

  • Abrechnungsbrennwert: Die "Qualität" des Gases, wie viel Wärme es liefert.
  • Zustandszahl: Korrekturfaktor für Volumenänderungen durch Temperatur und Druck.
  • Thermische Energie: Die tatsächlich abgerechnete Energiemenge in kWh.


Durch diese drei Faktoren wird sichergestellt, dass Ihre Gasabrechnung genau ist und Ihren tatsächlichen Energieverbrauch widerspiegelt.

 

Gut zu wissen: Diese Berechnungsweise und die Verwendung von Abrechnungsbrennwert und Zustandszahl sind in Deutschland durch das DVGW-Arbeitsblatt G 685 geregelt. Dieses Regelwerk sorgt für einheitliche und transparente Abrechnungsstandards in der Gasversorgung.

Wir hoffen, diese Erklärung hilft Ihnen, Ihre Gasabrechnung besser zu verstehen. 

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