Stadtentwicklung in der Energiepolitik

Am 7. März 2013 luden die Stadtwerke Kaiserslautern zum 5. Lautrer Energieforum ein. Thema der diesjährigen Veranstaltung war die Stadtentwicklung in der Energiepolitik.

Energiewende eröffnet Chancen - Entwicklungspotenzial für Kommunen

Mit dem 5. Energieforum setzen die Stadtwerke fort, was in Kaiserslautern schon zu einer kleinen Tradition geworden ist. Nachdem sich die vergangenen Foren eher mit Einzelaspekten der Energiewende beschäftigt haben, ging der Blick in diesem Jahr aufs Ganze. Im Mittelpunkt stand die Frage nach der Rolle der Energiepolitik für die Stadtentwicklung. Dazu hatten die Stadtwerke hochkarätige Referenten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft eingeladen.

Strategien einer intelligenten Stadtentwicklung

Der Schirmherr des 5. Lautrer Energieforums, Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel, übernahm die Begrüßung der Gäste im Tagungszentrum des Fritz-Walter-Stadions. In seiner Ansprache erklärte er, die Umsetzung der Energiewende brauche eine intelligente Stadtentwicklung. Wenn heute ein Fehler im Städtebau gemacht werde, dann wirke sich dieser noch in 50 Jahren aus. Die Stadtpolitik begegne dieser Herausforderung mit einer Strategie. Mit einer verdichteten Bebauung sinke nicht nur der Flächenverbrauch, sondern auch der Infrastrukturaufwand werde reduziert. Die Innenentwicklung habe Vorrang vor der Außenentwicklung, ehemals militärisch genutzte Flächen müssten in Wohn- und Gewerbegebiete umgewandelt werden. In der Kernstadt solle die Fernwärmeversorgung vorrangig ausgebaut werden, während in den Randgebieten vermehrt Erdgas genutzt werden soll. Ein von den Stadtwerken vorgelegter Wärmeatlas biete eine gute Handlungsgrundlage. Schon bei der Erstellung von Bebauungsplänen müsse einer energieeffizienten Bebauung Rechnung getragen werden. Dabei sei die Gebäudestellung von Wichtigkeit, um einen effizienten Einsatz von Photovoltaikanlagen zu gewährleisten.

Akzeptanz gefragt

Anschließend umriss Roland Warner, Vorstandsmitglied der Stadtwerke Kaiserslautern, das Thema. Er betonte, dass es kaum politische Entscheidungen gäbe, die nicht von energiepolitischen Fragestellungen tangiert werden. Den Stadtwerken käme eine besondere Rolle in einer energiepolitisch ausgerichteten Stadtentwicklung zu. Dabei stünden die Stadtwerke vor großen Herausforderungen. Der Ausbau der erneuerbaren Energie träfe nicht überall gleichermaßen auf Akzeptanz.

Proaktives Stadtmanagement

Prof. Dr. Peter Heck, Institut für angewandtes Stoffstrommanagement der Hochschule Trier und Umweltcampus Birkenfeld, führte den Gedanken weiter. Die Energiewende sei eine Aufforderung zur Teilhabe. Die Bürger müssten in den Ausbau der erneuerbaren Energien eingebunden werden. Die Gründung von Genossenschaften, nach dem Vorbild von Raiffeisen, könne ein Modell sein. Null Emission sei ein sehr ehrgeiziges Ziel, aber machbar. Das bedinge aber ein völliges Umdenken. Schon bei der Stadtplanung müsse die Frage, wie kann ich Ressourcen schonen, im Vordergrund stehen. Die Städte würden heute noch nicht weit genug denken. Auch würden sie das ökonomische Potenzial, das im Umbau der Energielandschaft für die regionale Wertschöpfung liege, noch weitgehend ungenutzt lassen.

Herausforderung Versorgungssicherheit

Dr. Michael Kassner, Leiter der Region Mitte der Siemens AG Frankfurt, erläuterte, dass die Städte in besonderer Weise gefordert seien. Schließlich wären sie es, die 70 Prozent der Treibhausgase emittieren. Außerdem würden 2050, Prognosen zufolge, 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Siemens versuche Antworten auf die Megatrends, wie demographischer Wandel, Urbanisierung, Klimawandel und globales Wirtschaftswachstum, zu geben. Bei alledem sei die Versorgungssicherheit die eigentliche Herausforderung der Energiewende. Es gelte, die Stabilität der Abläufe und der Netze sicherzustellen. Heute stünden wir ausufernden Einzelaktionen gegenüber. Erforderlich sei aber ein ganzheitliches Management, das alle Aspekte der Energiewende umfasse. Auch Markus Vollmer, Vorstandsmitglied der Stadtwerke Kaiserslautern, mahnte dazu, bei allen Aktivitäten zur Umsetzung der Energiewende über die Stadtgrenzen hinaus zu denken und mehr die Region ins Auge zu fassen.

Oliver Rechenbach, Energieagentur Rheinland-Pfalz, informierte über die am 1. Juli 2012 ins Leben gerufene Einrichtung. Die Energieagentur verstehe sich als Ideengeber, der die Bürger motiviert, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Nach einer Diskussionsrunde gab es Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen.

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